Do Sleep Sick Dream of Trans Parasites?

Freitag, 30. Oktober 2026, 20.00 |

Die Schlafkranken
Residenz: 03. – 31.10.2026
Fleetstreet Theater
Performance: 30.10.2026 „Do sleep-sick dream of trans parasites?“
Anschließend Barabend

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwüsteten Schlafkrankheitsepidemien weite Teile des afrikanischen Kontinents. Zur Bekämpfung der Krankheit führten europäische Kolonialmächte in ihren afrikanischen Kolonien diverse rassistische Maßnahmen ein, die zu den weitreichendsten Projekten der biopolitischen Kontrolle und Social Engineering des 20. Jahrhunderts zählen.

Diese medizinischen Maßnahmen dienten weniger der Krankheitsbekämpfung und der Gesundheitsversorgung der betroffenen Gemeinschaften sondern vielmehr dem Schutz kolonialer Wirtschaftsinteressen und der Kontrolle der afrikanischen Bevölkerung. Trotz zahlreicher belegenden Studien wird dieses Kapitel bis heute oft unter dem Deckmantel der Tropenmedizin heruntergespielt und kaum aufgearbeitet.

In einer Gegenwart, in der Schlafgewohnheiten reguliert, „abweichende“ Körper pathologisiert und kranke Körper abgewertet und sogar bestraft werden, untersuchen Joëlle Mesén-Ramírez & Team die Geschichte der Schlafkrankheitsbekämpfung aus einer queeren und dekolonialen Perspektive. In einer multimedialen interdisziplinären Arbeit ziehen sie Parallelen zwischen den historischen Kontrollmechanismen und heutigen Überwachungs- und Kontrollpraktiken gegenüber Minderheiten – trans Menschen , Migrant*innen und PoC- und übersetzen sie in eine performative Installation. Dabei wird die Figur der Schlafkranken neu interpretiert und deren Träume in ein Archiv der Dissidenz und Subversion verwandelt, um die kolonialen und gegenwärtigen Maßnahmen anzuprangern.

Die Residenz ist Teil des Recherche- und Konzeptionsprozesses zur Entwicklung der Performance „Die Schlafkranken“, die im März 2027 in Co-Produktion mit Kampnagel auf der MS Stubnitz inszeniert wird.

Content Note:
Die Performance enthält Bilder, die koloniale und rassistische Gewalt thematisieren.
Es werden Stroboskopeffekte verwendet.

Eintritt gegen Spende. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Instagram: @die.schlafkranken

https://fleetstreet-hamburg.de/die-schlafkranken/

(EN)

In the early 20th century, sleeping sickness epidemics devastated large parts of the African continent. The control measures introduced by european powers to combat the disease in the African colonies rank among the most far-reaching projects of social engineering and biopolitical control of the 20th century.

These racist medical measures served less to combat the disease and protect health of indigenous comunities than to safeguard colonial economic interests and control the African population. Despite well-documented historical research, this chapter is still often downplayed and has scarcely been properly addressed, shielded under the guise of German tropical medicine.

In a present in which sleep habits are regulated, "deviant" bodies pathologized, and ill bodies devalued and even punished, Joëlle Mesén-Ramírez & team examine the history of sleeping sickness control from a queer and decolonial perspective. In a multimedia, interdisciplinary work, they draw parallels between historical mechanisms of control and today's surveillance and control practices directed at minorities — trans people, migrants, and people of color — translating them into a performative installation. In the process, the figure of the sleep-sick is reinterpreted and their dreams transformed in an archive of dissent and subversion that denounces both the colonial and the current measures.

The residency is part of the research and conception process for developing the performance The Sleep Sick, which will premiere on the MS Stubnitz in March 2027.

The performance contains imagery addressing colonial and racist violence.
Strobe lighting effects will be used.

Fleetstreet Theater
Admiralitätstraße 71
Hamburg

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